Influencer Marketing und wie Du es richtig versaust.

Egal, ob Du selber mit Deinen 500.000 Followern Kasse machen willst, oder jemanden suchst, der Deine Marke voran bringt – wenn Du nicht aufpasst, wirst Du es richtig vergeigen. 

Nehmen wir mal an, Du bist ein Unternehmer und möchtest gerne auf Instagram Deine Marke bekannter machen. Nehmen wir weiter an, Du bist ein ziemlich cleverer Unternehmer und hast schon gemerkt, dass sich auf Instagram kein Mensch für Werbebotschaften von Unternehmen interessiert. Was machst Du also? 

Du suchst Dir einen Influencer. 

Zum Glück sind diese Typen ziemlich leicht zu finden. Man könnte fast sagen, Instagram ist voll von Leuten, die Bock haben, mit mehr oder weniger offensichtlichen Werbe-Postings Kohle zu machen, statt einer geregelten Arbeit nachzugehen. Super, dann legen wir mal los. 

Fehler Nr.1 – Ihr passt nicht zusammen 

Du wirst es nicht glauben, aber es ist wirklich wahr. Ich erlebe immer wieder die Frage, warum man nicht mit (bitte Name irgendeines bekannten Youtubers einsetzen) zusammen eine Kampagne macht. In 99% der Fälle muss ich dann zurückfragen: „Wollen Sie wirklich mit einem 16-jährigen Counterstrike Profi für Damenbinden werben?“ Ja, ist klar, der Bursche hat Reichweite. Nur leider liegt der Frauenanteil seiner Zuschauer nur knapp über dem Frauenanteil aktiver Formel Eins Fahrer. 

Such Dir den Influencer nicht nach Followerzahl, sondern nach Gemeinsamkeiten aus! 

Fehler Nr.2 – Dein Branding hat zu viel Impact 

Schon mal gehört? „Das Branding braucht mehr Impact“ ist ein beliebter Bullshit-Satz in Werbeagenturen. Übersetzt bedeutet das: Mach das Logo größer! Und das geht natürlich überhaupt nicht bei Influencer Kampagnen. Die Idee ist ja, dass die Leute sanft und eher nebenbei mit Deinem Produkt in Berührung kommen. Außer, Dein Influencer ist Niki Lauda und Deine Marke steht auf seiner Kappe. Ist nicht so? Dann: 

Bringe Deine Marke nur dezent in den Content des Influencers ein! 

Fehler Nr.3 – Der Influencer ist ein Hirni 

Das kann passieren. Schneller, als Du denkst! Es gibt echt Typen, die haben sehr, sehr viele Follower und sehr, sehr wenig Grips im Kopf. Gerade neulich hat wieder ein Fall im Netz die Runde gemacht. Ich werde jetzt niemanden namentlich in den Dreck ziehen, aber ich kann Dir sagen, Sätze wie: „Here you go, at 4pm est, write the below: Caption: Keeping up with the summer workout routinewith my morning … protein shake!“ sollte Dein Influencer lieber nicht unter seine Bilder schreiben. Leider gibt es so etwas wirklich. Deswegen: 

Schau Dir an, was der Influencer vorher im Netz gepostet hat. 

Und last, but not least: Der Influencer ist eine Zeitbombe! 

Denk immer daran. Der Typ, für den Du Dich entscheidest, wird für Deine Marke sprechen. Auch dann, wenn er Mist erzählt. Influencer sind normalerweise nicht Teil Deines Teams. Du kannst sie nur schwer kontrollieren und sie haben immer eine eigene Meinung. Das ist auch ok. Vergiss es nur nicht. 

Lass lieber die Finger von den großen Selbstdarstellern. Die haben einen gefährlichen Hang dazu, richtig ernsthaften Mist zu bauen. Denk nur mal an Böhmermann. Reichweite? Hat der mehr als reichlich. Er hat es aber auch geschafft, innerhalb weniger Wochen zuerst den türkischen Staat und dann die RTL Gruppe (inklusive deren Zuschauer) so richtig zum Kochen zu bringen. Ob er dabei ein T-Shirt mit Deinem Logo auf der Brust tragen sollte?

Tja, kann man drüber diskutieren…